Dray Cade wurde am 19. Februar 2000 in Mogadischu, Somalia geboren. Er kann sich kaum an seine Kindheit erinnern nur an das Dröhnen von Helikoptern, an Schüsse in der Ferne und an seine Mutter, die ihn festhielt, wenn draußen das Chaos tobte. Als er zehn war, floh die Familie nach England. London sollte der Ort werden, an dem sie Frieden fanden. Doch Frieden fand Dray dort nie.
In Tottenham lebte er mit seinen Eltern in einer kleinen Wohnung über einem Friseurladen. Sein Vater arbeitete im Lager, seine Mutter putzte nachts Büros. Für sie war London eine Chance für Dray war es ein Kampf. Er war immer „der andere“, das Kind aus Somalia. Er lernte früh, dass Respekt auf der Straße nicht gegeben, sondern genommen wird.
Mit vierzehn begann er, sich mit Jungs aus der Nachbarschaft herumzutreiben Kinder, die wie er nichts hatten außer Wut und Hunger nach Anerkennung. Sie fingen mit kleinen Dingen an: geklaute Handys, gefälschte Buskarten, kleine Deals auf Schulhöfen. Dray war kein Schläger, aber er hatte Köpfchen. Er wusste, wann man weglaufen musste und wann man bleiben sollte. Bald nannten ihn alle nur noch „DC“.
Mit siebzehn war er tief genug drin, um zu wissen, wie schmutzig das Geschäft wirklich war. Er kannte Dealer, Kurierfahrer, Männer mit schnellen Autos und noch schnelleren Waffen. Einmal fuhr er selbst eine Lieferung quer durch die Stadt ein Umschlag mit weißem Pulver, den er abgeben sollte. Es ging schief. Polizei, Sirenen, Panik. DC entkam, aber zwei seiner Freunde wurden geschnappt. Einer davon war sein bester Freund.
Ab da war nichts mehr wie zuvor. Die Jungs aus seiner Crew verschwanden oder gingen ins Gefängnis. DC hielt den Kopf unten, arbeitete tagsüber im Lager und verschwand nachts auf den Straßen. Er wusste, dass er hier nicht alt werden würde. Zu viele Gesichter, zu viele Schulden, zu viele Erinnerungen.
Über Kontakte hörte er von Los Santos einer Stadt, in der jeder Tag ein neuer Deal und jede Nacht ein Risiko ist. Genau das war es, was er suchte. Kein Neuanfang als ehrlicher Mann, sondern ein Ort, an dem seine Erfahrung auf der Straße endlich einen Wert hatte.
Vor über einem Jahr ließ er London hinter sich und kam allein nach Los Santos. Anfangs schlief er auf Sofas, in billigen Motels und manchmal sogar im Auto von Leuten, für die er kleine Aufträge erledigte. Transporte, Kurierfahrten, verschwundene Taschen, diskrete Übergaben nichts Großes, aber genug, um sich einen Namen zu machen.
Mittlerweile lebt DC in der South Side, dort, wo Sirenen zum Alltag gehören und Loyalität mehr wert ist als Geld. Die Gegend hat ihn aufgenommen, weil er nie zu viel redet und seine Arbeit sauber erledigt. Er kennt die Blocks, die Gesichter und die Regeln. Jeder dort weiß: Wenn DC einen Auftrag annimmt, wird er erledigt.
Er ist kein Mann für große Worte. Er bewegt sich ruhig, beobachtet viel und handelt nur, wenn es sich lohnt. In der South Side hat er endlich den Platz gefunden, an dem seine Vergangenheit kein Makel, sondern ein Vorteil ist.
Heute lebt DC zwischen Straßendeals, schnellen Fluchten und langen Nächten unter den Lichtern der Stadt. Er jagt keinen großen Traum nur Respekt, Geld und das Gefühl, nie wieder machtlos zu sein.

Biografische Daten
Status & Beruf